Ergebnisse der Energie- und Treibhausbilanz
Für die Erstellung der Energie-und Treibhausgasbilanz wurde der externe Dienstleister energielenker projects GmbH beauftragt. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung wurden die zugrundeliegenden Daten mithilfe der folgenden Quellen erhoben: Netzbetreiber, Schornsteinfeger, Bundeskennzahlen und Förderdaten für Sonnenkollektoren des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Auswertung der analysierten Daten erfolgte mit der Software Klimaschutzplaner und basiert auf dem „Bilanzierungs-Standard Kommunal“ (BISKO). BISKO ist eine standardisierte Methode, die hohe Transparenz sowie eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen Kommunen erlaubt. Hierbei werden alle im Untersuchungsgebiet anfallenden Verbräuche auf der Ebene der Endenergie betrachtet. Anschließend werden die Verbräuche den Sektoren Private Haushalte, Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD), Industrie/Verarbeitendes Gewerbe, kommunale Einrichtungen und Verkehr zugeordnet. Sogenannte graue Energie (z.B. der Energieaufwand von konsumierten Produkten, die von den Einwohner:innen außerhalb der Gemeindegrenzen verbraucht wird) findet im Rahmen der Bilanzierung keine Berücksichtigung. Die Treibhausgas (THG)-Emissionen des jeweiligen Sektors berechnet sich aus den ermittelten Verbräuchen und den energieträgerspezifischen Emissionsfaktoren der Energieträger (Tabelle 1). Die Ergebnisse werden hier als CO2-Äquivalente angegeben, das heißt Emissionsfaktoren von Methan und Lachgas werden ebenfalls berücksichtigt.
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Emissionsfaktoren je Energieträger - LCA-Energie für das Jahr 2018 |
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Energieträger |
[gCO2e/kWh] |
Energieträger |
[gCO2e/kWh] |
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Strom |
544 |
Flüssiggas |
276 |
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Heizöl |
318 |
Braunkohle |
411 |
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Erdgas |
247 |
Steinkohle |
438 |
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Fernwärme |
262 |
Heizstrom |
544 |
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Biomasse |
22 |
Nahwärme |
260 |
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Umweltwärme |
170 |
Sonstige erneuerbare |
25 |
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Sonnenkollektoren |
25 |
Sonstige konventionell |
330 |
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Biogase (stationär) |
110 |
Abfall |
27 |
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Benzin |
322 |
Diesel |
326 |
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Biobenzin |
181 |
Biodiesel |
112 |
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Kerosin |
322 |
Biogase (Verkehr) |
34 |
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LNG |
290 |
CNG |
249 |
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Tabelle 1: Emissionsfaktoren (ifeu, 2018)
Im Bilanzierungsjahr 2018 sind rund 152.119 t CO2-Äquivalente (CO2e) im Gemeindegebiet Schwanewede ausgestoßen worden. Bezogen auf die Einwohner:innen der Gemeinde betragen die THG-Emissionen pro Person demnach rund 7,57 t im Bilanzjahr 2018. Damit liegt die Gemeinde unter dem bundesweiten Durchschnitt von 10,3 t pro Jahr.
In Abbildung 1 ist dargestellt, welche prozentualen Anteile die verschiedenen Sektoren an den THG-Emissionen haben: Auf den Sektor Verkehr entfällt mit 40 % der größte Anteil der THG-Emissionen, dicht gefolgt vom Sektor Private Haushalte mit 39 %. Der Sektor Industrie hat einen Anteil von 14 %. Im GHD-Sektor werden ca. 6 % der Emissionen verursacht. Durch die gemeindeeigenen Einrichtungen werden etwa 1 % der THG-Emissionen emittiert.
Abbildung 1: Prozentualer Anteil der Sektoren an den THG-Emissionen
In Abbildung 2 werden die aus den Energieverbräuchen resultierenden THG-Emissionen nach Energieträgern für die Gebäude und Infrastruktur dargestellt. Die THG-Emissionen der Gebäude und Infrastruktur betragen 92.621 t im Jahr 2018. In der Auswertung wird die Relevanz des Energieträgers Strom sehr deutlich: Während der Stromanteil am Endenergieverbrauch der Gebäude und Infrastruktur knapp 27 % beträgt, beträgt er an den THG-Emissionen rund 44 %. Ein bundesweit klimafreundlicherer Strom-Mix mit einem höheren Anteil an erneuerbaren Energien und somit geringeren Emissionsfaktoren, würde sich reduzierend auf die Höhe der THG-Emissionen aus dem Stromverbrauch der Gemeinde Schwanewede auswirken.
Abbildung 2: THG-Emissionen Gebäude und Infrastruktur nach Energieträgern
Neben den Energieverbräuchen und den Emissionen von Treibhausgasen, sind auch die erneuerbaren Energien und deren Erzeugung im Gemeindegebiet von hoher Bedeutung. Zur Ermittlung der Strommenge, die aus erneuerbaren Energien hervorgeht, wurden die Einspeisedaten nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) genutzt. Abbildung 3 zeigt die EEG-Einspeisemengen nach Energieträgern für die Jahre 2015 bis 2019 von Anlagen im Gemeindegebiet Schwanewede. Mit 127.657 MWh im Bilanzjahr 2019 wurden im Gemeindegebiet Schwanewede rund 171 % des anfallenden Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Die Erzeugungsstruktur gründet sich im Jahr 2019 mit einem hohen Anteil von ca. 83 % auf die Windkraft. Es folgen mit 13 % der Energieträger Biomasse und mit knapp 4 % die Sonnenenergie.
Abbildung 3: Stromerzeugung aus EE-Anlagen im Gemeindegebiet Schwanewede
Teilaktualisierung der Energie- und Treibhausgasbilanz im August 2025
Die bestehende Energie- und Treibhausgasbilanz wurde im Rahmen der Entwicklung des Schwaneweder Klimaschutzkonzeptes in 2021 aufgestellt. Zu diesem Zeitpunkt lagen vollständige Jahresdaten nur bis einschließlich 2019 vor. Im August 2025 erfolgte eine Teilaktualisierung der Bilanz, die die Datensätze zur regenerativen Stromerzeugung um die Jahre 2020 bis 2024 erweitert. Dabei wurde auf Einspeisedaten des Netzbetreibers EWE Netz GmbH zurückgegriffen.
Abbildung 4 stellt die Entwicklung der regenerativen Stromerzeugung auf Schwaneweder Gemeindegebiet von 2020 bis 2024 dar. Dabei lässt sich erkennen, dass die eingespeiste Strommenge seit 2019 mit rund 125 GWh / a relativ konstant ist. Die Anzahl an Erzeugungsanlagen hat sich in diesem Zeitraum verdreifacht, jedoch ist dies ausschließlich auf die private Photovoltaiknutzung zurück zu führen. Entsprechend ist die Gesamtleistung aller EE-Anlagen im gleichen Zeitraum um nur 12 % gestiegen.
Im Bilanzjahr 2024 wurden 185 % des anfallenden Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Die Erzeugungssturktur setzte sich im selben Jahr zu 80 % aus Windenergie, zu 14 % aus Biomasse und zu 6 % aus Photovoltaik zusammen.
Der Zubau privater Photovoltaikanlagen erfolgt immer häufiger als Überschusseinspeisesystem, bei dem signifikante Anteile der solaren Stromerzeugung garnicht erst ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Der zunehmende Einsatz elektrischer Speicher erhöht den Anteil der Eigenversorgung zusätzlich.
Abbildung 4: Stromerzeugung aus EE-Anlagen im Gemeindegebiet Schwanewede (2020 – 2024)
Ansprechpartner/in
| Herr Stelljes | |
| KlimaschutzmanagementRathaus, Zimmer 25 // 1. OG Damm 4 28790 Schwanewede Telefon: 04209 74-191 E-Mail: klimaschutz@schwanewede.de | |



